+49 (0)30 68086346

Übersicht: Mögliche Risiken & Komplikationen bei einer Brustvergrößerung

Wer über eine Brustvergrößerung nachdenkt, startet normalerweise mit der Recherche. Dazu gehören aber nicht nur die verschiedenen Verfahren (z. B. Implantate oder Eigenfett) und die Suche nach seriösen plastischen und chirurgischen Fachärzten in der Nähe, sondern auch die möglichen Risiken.

Zwar sind Brustvergrößerungen eine der gefragtesten plastisch-chirurgischen Eingriffe, doch wie jede andere Operation birgt sie Risiken, die man kennen sollte, bevor man sich entscheidet. In Deutschland sind Ärztinnen und Ärzte deshalb auch gesetzlich dazu verpflichtet, Patientinnen vor der Operation über alle relevanten Risiken zu informieren.

Nachfolgend geben wir einen umfassenden Überblick über die möglichen Risiken bei einer Brustvergrößerung, unterteilt in:

Allgemeine OP-Risiken

Jede Operation birgt gewisse Grundrisiken, seien sie teils auch noch so selten. Diese können dabei während oder aber nach der Operation auftreten.

Allgemeine Risiken bei operativen Eingriffen

  • Zeitweise Hämatome (Blutergüsse)
  • Vorübergehende Empfindungsstörungen im OP-Bereich wie Taubheit oder Kribbeln
  • Allergische Reaktionen, z. B. auf Medikamente, Pflaster oder das Narkosemittel
  • Blutungen und Nachblutungen, sodass in seltenen Fällen eine Not-OP oder Bluttransfusion durchgeführt werden muss.
  • Serome (Flüssigkeitsansammlungen), die auch unabhängig von einem Implantat auftreten können und ggf. punktiert werden müssen, um die Wundflüssigkeit abzuleiten.
  • Wundheilungsstörungen
  • Infektion der Wunde bzw. des Implantatbereichs, ggf. muss das Implantat entfernt werden
  • Auffällige oder veränderte Narbenbildung (z. B. hypertrophe Narben oder Keloide)
  • Thrombosen und Lungenembolien (selten, aber nach einer OP bzw. längerer Zeit ohne Bewegung können Blutgerinnsel entstehen, die im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie führen)

Mögliche Risiken bei einer Vollnarkose

Auch wenn die Narkosetechnik heutzutage weit fortgeschritten und es statistisch unwahrscheinlich ist, bestehen weiterhin mögliche Risiken. Darunter:

  • Kreislaufprobleme, Schwindel und Blutdruckabfall
  • Allergische Reaktion auf das Narkosemittel
  • Atemprobleme (flache Atmung oder gereizte Atemwege) während oder nach der Narkose
  • Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose
  • Extrem selten: neurologische Reaktionen und Bewusstseinsstörungen

Mögliche Risiken bei lokaler Betäubung

Bei einer klassischen Brustvergrößerung wird selten mit lokaler Betäubung gearbeitet. Falls doch, zum Beispiel bei sehr kleinen Eingriffen oder Korrekturen, gibt es aber auch dort gewisse Risiken:

  • Allergische Reaktionen auf das Lokalanästhetikum
  • Unvollständige Betäubung, was kann zu Schmerzen während des Eingriffs führen kann
  • Herz-Kreislauf-Reaktionen, z. B. Blutdruckabfall oder Zittern

Risiken bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten

Bei Brustimplantaten handelt es sich letztendlich  um körperfremde Materialien, auf die der Körper individuell reagiert. Mit der Zeit oder auch direkt nach der Brustvergrößerung können deshalb verschiedene Komplikationen auftreten. Viele von ihnen sind selten, sollten jedoch bei der finalen Wahl des Verfahrens und gegebenenfalls der Implantate bedacht werden.

Implantatbedingte Risiken

  • Implantatverschiebung oder -rotation, was besonders bei tropfenförmigen Implantaten auffällt.
  • Kapselfibrose: Der Körper bildet natürlicherweise eine Bindegewebskapsel um das Implantat. Wenn sich diese allerdings verdickt oder verhärtet, entsteht eine Kapselfibrose, die mit Schmerzen, Verformung oder einer sichtbaren Verschiebung des Implantats einhergehen kann. Dazu gibt es auch bereits mehrere Studien, die Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit, dem Implantat, der Lage und der OP-Technik belegen.
  • Implantatruptur oder Undichtigkeit: Vor allem mit der Zeit kann die Hülle des Implantats Anzeichen von Materialermüdung zeigen oder äußere Einflüsse spielen mit ein, sodass das Implantat reißt oder undicht wird.

Gut zu wissen: Die meisten denken dabei, dass das Gel einfach ausläuft. Gerade bei modernen kohäsiven Silikongelen ist es jedoch so, dass sie im Falle eines Bruchs formstabil sind und nicht wortwörtlich auslaufen. Oft bleibt es somit bei einer innenkapsulären Ruptur. Das Gel verteilt sich also nicht frei im Körper und bleibt in der umgebenden Narbenkapsel. Bei einer extrakapsulären Ruptur tritt das Gel hingegen in das umliegende Gewebe oder Lymphknoten ein, was oftmals einen chirurgischen Eingriff notwendig macht. Bei Kochsalzimplantaten ist die austretende Kochsalzlösung hingegen in der Regel unbedenklich, da sie vom Körper resorbiert wird. Da es jedoch zu Form- oder Volumenveränderungen kommen kann, müssen die Implantate meist trotzdem ausgetauscht werden.

  • Sichtbare bzw. fühlbare Ränder, Falten (Rippling) oder Doppelkonturen („Double Bubble“), insbesondere bei sehr schlanken Patientinnen oder zu groß gewählten Implantaten
  • Serome (Flüssigkeitsansammlungen), da sich durch Reibung oder Reizung Flüssigkeit um das Implantat ansammeln kann.

Methodenbedingte Risiken

Bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten unterscheiden sich die methodenbedingten Risiken je nach operativem Ansatz. Bei der klassischen Methode in Vollnarkose, mit Hautschnitt und vollständiger Präparation der Implantattasche kommt es zwangsläufig zu einer stärkeren Durchtrennung von Gewebe. Damit verbunden sind – wie bei allen operativen Eingriffen – ein erhöhtes Risiko für Blutergüsse, Schwellungen, temporäre Sensibilitätsveränderungen der Brust oder Brustwarze sowie eine etwas längere Regenerationsphase. Dazu mehr im nächsten Abschnitt. Die Preservé-Methode von Motiva verfolgt einen gewebeschonenden Ansatz in Lokalanästhesie: Nerven, Gefäße und Drüsenstrukturen werden weitgehend erhalten, was das Risiko für Gefühlsstörungen, ausgeprägte Schmerzen und längere Heilungsverläufe reduzieren kann. Gleichzeitig erfordert diese Technik eine sehr präzise Indikationsstellung und operative Erfahrung, da der Arbeitsraum begrenzter ist. Unabhängig von der Methode gilt: Faktoren wie individuelle Anatomie, Implantatwahl, Platzierung und chirurgische Expertise beeinflussen das Risikoprofil maßgeblich und werden im Beratungsgespräch sorgfältig abgewogen.

Veränderungen von Gefühl und Aussehen bei Implantaten

Manche Nebenwirkungen bzw. Risiken betreffen auch das Körpergefühl und Aussehen nach der Brustvergrößerung. Dazu zählen

  • Sensibilitätsstörungen (Taubheitsgefühl oder Überempfindlichkeit der Brustwarzen oder Haut, meist vorübergehend),
  • Asymmetrien & Formunzufriedenheit, sodass in manchen Fällen eine Korrekturoperation notwendig ist, sowie
  • Striae (Dehnungsstreifen), z. B. bei zu großen Implantaten oder dünner Haut.

Langzeitrisiken und seltene Erkrankungen bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten

Auch wenn Brustimplantate heute deutlich langlebiger sind als früher, sind sie oft keine lebenslange Lösung. Mit der Zeit können sich das Material und der Körper verändern, wodurch einige Komplikationen erst viele Jahre nach der Operation auftreten. Dazu zählen etwa

  • mit der Zeit auftretende Kapselfibrosen, Materialverschleiß und Formveränderungen, wodurch ein erneuter Eingriff nötig wird, sowie
  • BIA-ALCL (Brustimplantat-assoziiertes anaplastisch großzelliges Lymphom), welches sehr selten ist und überwiegend mit bestimmten texturierten Implantaten in Verbindung gebracht wird.

Gut zu wissen: Das absolute Erkrankungsrisiko wird je nach Implantattyp als sehr gering eingeschätzt und liegt bei texturierten Implantaten im Bereich von etwa 1:3.817 bis 1:30.000.

In Einzelfällen berichten Patientinnen auch von systemischen Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder unspezifische Symptome, die häufig unter dem Begriff „Breast Implant Illness“ zusammengefasst werden. Die wissenschaftliche Datenlage hierzu ist allerdings derzeit noch nicht eindeutig und wird weiter untersucht.

Risiken bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett

Die Brustvergrößerung mit Eigenfett ist für viele die präferierte, natürliche Alternative zu Implantaten. Doch auch dieses Verfahren birgt mögliche Risiken. Sowohl bei der Fettabsaugung als auch beim Einspritzen des Fetts kann es zu Komplikationen kommen.

Allgemeine Risiken bei der Eigenfettbehandlung

  • Teilresorption des Fetts und ggf. ein unregelmäßiges Ergebnis: Ein gewisser Anteil des Fetts wird vom Körper wieder abgebaut, sodass es zu einem Volumenverlust oder asymmetrischen Ergebnissen kommen kann. In einigen Fällen sind daher mehrere Behandlungen empfehlenswert.
  • Verkalkungen und Knoten- bzw. Zystenbildung: In der Regel harmlos, sollte jedoch kontrolliert werden.

Risiken im Zusammenhang mit der Fettabsaugung (Liposuktion)

Da für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett auch immer Fett abgesaugt werden muss, gibt es auch hier Risiken, denen man sich bewusst sein sollte.

  • Hämatome, Dellen und Unebenheiten, meist vorübergehend
  • Infektionen und Narben an den Entnahmestellen
  • Asymmetrien, insbesondere wenn zu viel oder zu wenig Fett an bestimmten Stellen entnommen wurde. Meist lässt sich das korrigieren, manchmal ist dafür allerdings ein zweiter Eingriff notwendig.

Regulierung & Aufklärung in Deutschland über die Risiken der Brustvergrößerung: Das Wichtigste auf einen Blick

Um die Risiken besser abschätzen zu können, gilt die sogenannte Aufklärungspflicht in Deutschland auch für ästhetisch-chirurgische Eingriffe wie die Brustvergrößerung. Vor dem Eingriff müssen Patientinnen und Patienten demnach ausführlich über die möglichen Risiken, die verschiedenen Verfahren, den Ablauf sowie die Nachsorge informiert werden. Geschieht dies nicht, ist ein Eingriff rechtlich nicht zulässig.

Wer sich zusätzlich informieren möchte, kann sich auch an nationale Stellen wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) halten. Dieses informiert regelmäßig über die möglichen Risiken, Kapselkontrakturen sowie das Krebsrisiko im Zusammenhang mit Brustimplantaten.

Gut zu wissen: In der EU und Deutschland unterliegen Implantate strengen gesetzlichen Vorgaben. Sie müssen etwa unter anderem eine CE-Kennzeichnung haben und den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes entsprechen. Nur Implantate, die diese Sicherheits- und Qualitätsstandards erfüllen, dürfen überhaupt eingesetzt werden.

Gerne beraten auch unsere Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie von Innerform zu den möglichen Risiken und klären die wichtigsten Fragen rund um die Brustvergrößerung.