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Brustvergrößerung ohne Vollnarkose: Was die Preservé-Methode verändert – und was sie noch beweisen muss

Seit einigen Jahren wächst in der ästhetischen Chirurgie das Interesse an Verfahren, die weniger invasiv sind, weniger Ausfallzeit bedeuten und trotzdem klinisch überzeugende Ergebnisse liefern. Die Preservé-Methode von Motiva ist einer der bislang durchdachtesten Versuche, diesen Anspruch bei der Brustvergrößerung einzulösen.

Die Technik

Das Grundprinzip unterscheidet sich fundamental von klassischen Verfahren. Statt mit chirurgischen Instrumenten Gewebe zu durchtrennen, wird über einen schmalen, stumpfen Kanal ein aufblasbarer Ballon eingeführt. Dieser schiebt das umliegende Brustgewebe behutsam zur Seite – und schafft so einen Platz für das Implantat, ohne den Muskel zu involvieren und das Gewebe zu stören. Die Implantate selbst, die Motiva Ergonomix, sind besonders weich und flexibel konzipiert, was die Platzierung durch einen kleinen Schnitt überhaupt erst ermöglicht.

Der Eingriff dauert rund eine Stunde, wird in Lokalanästhesie durchgeführt und ist postoperativ in der Regel mit Ibuprofen gut zu managen. Viele Patientinnen sind bereits am Abend wieder mobil, nach 48 Stunden ist Autofahren möglich, nach einer Woche leichter Sport.

Was das klinisch bedeutet

Die geringere Gewebestörung hat konkrete Konsequenzen: kürzere Heilungszeit, weniger Schmerzen, schnellere Rückkehr in den Alltag. Für Frauen, die beruflich oder familiär stark eingespannt sind, verändert das die Kalkulation eines Eingriffs grundlegend. Bei Innerform führen wir die Methode in unserem eigenen OP-Raum in Berlin Mitte durch. Eine Patientin, die uns besonders in Erinnerung geblieben ist: Sie hatte sich jahrelang eine Brustvergrößerung gewünscht – die Vollnarkose war für sie eine Grenze, über die sie nie hätte gehen wollen. Mit Preservé fiel diese Grenze weg.

Indikation und Grenzen

Die Methode entfaltet ihre Stärken bei Patientinnen mit ausreichend Eigengewebe und einem dezenten, harmonischen Vergrößerungswunsch. Bei sehr großen Augmentationen, komplexeren anatomischen Ausgangssituationen oder bei Patientinnen mit kaum vorhandenem Eigengewebe bleibt der klassische Eingriff die medizinisch überlegene Wahl. Welches Verfahren sinnvoll ist, entscheidet der Befund – und das Gespräch.

Was noch offen ist

Belastbare Langzeitdaten liegen bislang noch aus. Establishment Labs stützt sich derzeit auf Daten eines vergleichbaren Verfahrens aus dem eigenen Portfolio – der Mia-Methode – bei dem in klinischen Studien weder Kapselfibrose, Ruptur noch nennenswerte Entzündungsreaktionen dokumentiert wurden. Eine eigene dreijährige Studie zu Preservé läuft. Wie bei jeder Brustoperation bleiben Risiken bestehen, und in seltenen Fällen kann es erforderlich sein, intraoperativ auf ein konventionelles Verfahren umzusteigen. Das gehört zur Aufklärung dazu.

Einordnung

Preservé ist ein technisch sorgfältig entwickeltes Verfahren, das den Anforderungen vieler Patientinnen heute besser gerecht wird als klassische Methoden. Ob es langfristig hält, was es verspricht, wird die laufende Forschung zeigen. Bis dahin gilt: Die Indikation entscheidet – und eine ehrliche Beratung ist der beste Ausgangspunkt. Mehr dazu hier.